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FAQ

Was ist Glücksspiel?
Was ist ein Spielproblem?
Was ist der Unterschied zwischen pathologischem, kompulsivem und exzessivem Spielverhalten?
Die Anzeichen, dass das Spielen problematisch ist
Wie wird ein Spielproblem identifiziert?
Wann ist eine Person vermehrt gefährdet?
Ab wann wird das Spielen zu einem Problem?
Ratschläge um Spielprobleme zu vermeiden
Was machen bei übermässigem Spielen?
Wie spielen damit Risiken reduziert werden?
Warum fahren Spieler fort zu spielen selbst wenn dabei Probleme entstehen?
Falsche vorstellungen vom Spielen
Geläufige magische Gedanken
Einige Studien sprechen von unangemessenen Gedanken um Problemspielen zu erklären. Sind sie die einzige Ursache?
Welche Konsequenzen sind mit problematischem Spielen verbunden?
Warum wird eine Person zum Problemspieler?
Kniffe von Problemspielern
Welche Charaktereigenschaften sind mit exzessivem Spielen verbunden?
Welches ist die Wunschwelt des Problemspielers?
Ist sich dem Spiel hinzugeben nicht in erster Linie ein finanzielles Problem?
Wie hört eine Person auf zu spielen?
Warum kann sich ein Problemspieler nicht einfach vornehmen aufzuhören?
Gibt es eine Verbindung zwischen Problemspielen und Kriminialität/ Diebstahl/ Delikten?
Ist Glücksspielen mit mentalen Problemen oder Substanzkonsum verbunden?
Kommen Selbstmorde bei Problemspielern häufiger vor?
Sind Jugendliche auch von Spielproblemen betroffen?
Gibt es Entwicklungsphasen beim pathologischen Spielen?
Wie verhält es sich mit der Respektierung der Privatsphäre wenn ich Hilfe suche?

WAS IST GLÜCKSSPIEL?

Jedes Mal wenn eine Person um Geld oder um ein Objekt mit Wert, mit dem Ziel zu gewinnen, spielt und das Resultat vom Zufall abhängig ist, gibt sie sich dem Glücksspiel hin.

Einige Beispiele für Glücksspiele :

  • Lotterielose
  • Bingo
  • Kartenspiele mit Geldeinsatz
  • Sportwetten
  • Geschicklichkeitsspiele mit Geldeinsatz (z.B. Billard)
  • Kasinospiele
  • Videospielapparate
  • "Rubbellose"

Warum sind solche Spiele "risikoreich"?

Man riskiert immer einen Verlust, da man das Ergebnis beim Glücksspiel nicht vorhersagen kann. Zudem sind Glücksspiele "risikoreich", weil sie zu einem Kontrollverlust führen können, was mit mehreren Problemen verbunden ist.
Menschen, die glauben eine Strategie entwickeln zu können, um das "System zu überlisten" oder Menschen, die sich Glücksspielen aus falschen Gründen hingeben, sind anfälliger eine Abhängigkeit zu entwickeln.

WAS IST EIN SPIELPROBLEM?

Eine Person hat ein Spielproblem sobald damit Nachteile für die Familie, das Leben allgemein, die Arbeit, die finanzielle Situation oder für die Gesundheit verbunden sind.

WAS IST DER UNTERSCHIED ZWISCHEN PATHOLOGISCHEM, KOMPULSIVEM UND EXZESSIVEM SPIELVERHALTEN?

Es sind alles Begriffe, die verwendet werden um ein Problem mit dem Spielen zu bezeichnen. Das "Diagnostische und Statistische Handbuch Psychischer Störungen" (DSM-IV) verwendet "pathologisches Spielen". Selbsthilfegruppen (z.B. Gamblers Anonymes) verwenden normalerweise den Ausdruck "kompulsives Spielen". Wir verwenden den Ausdruck "exzessives Spielen" um ein nicht angemessenes Spielverhalten zu bezeichnen.

DIE ANZEICHEN, DASS DAS SPIELEN PROBLEMATISCH IST

  • Spielen Sie über ihre finanziellen Mittel hinaus?
  • Verlieren Sie die Kontrolle über die Zeit und spielen viel länger als vorgesehen?
  • Setzen Sie immer höhere Summen ein?
  • Leugnen Sie über die Höhe der Summen, die Sie einsetzen?
  • Werden Sie wegen Ihrem Spielverhalten kritisiert?
  • Hat Ihr Spielverhalten einen negativen Einfluss auf Ihre Familie, Arbeit, Gesundheit oder ihre Finanzen?
  • Versuchen Sie Verluste durch erneutes Spielen wettzumachen?
  • Spielen Sie um Ihre Einsamkeit, Not, Stress oder andere Gefühle zu vergessen?
  • Fühlen Sie sich schuldig wenn Sie an das Geld denken, das Sie verloren haben?

Wenn Sie auf mindestens eine der Fragen mit "Ja" geantwortet haben, haben Sie vielleicht ein Spielproblem.

WIE WIRD EIN SPIELPROBLEM IDENTIFIZIERT?

Alle Personen die spielen entwickeln möglicherweise ein Problem mit dem Spielen, um so mehr wenn ein schwieriges Erlebnis oder eine schwierige Situation auftritt. Das kann als "Auslösefaktor" wirken.

Folgende Signale können ein Problem mit dem Spielen anzeigen:

  • Man ist sehr aufgeregt, wenn man ans Spielen denkt oder im Moment des Spielens, und man sucht diese Euphorie.
  • Man lässt sich leicht von Spielkollegen beeinflussen, man sucht sich einen Vorwand um die Lust auf das Spielen zu rechtfertigen.
  • Man spielt, um vor anderen Problemen, bestimmten Situationen oder unangenehmen Gefühlen zu flüchten.
  • Man hat wenig Aktivitäten oder Interessen neben dem Spielen.
  • Man fühlt sich alleine, langweilt sich.

WANN IST EINE PERSON VERMEHRT GEFÄHRDET?

  • Man hat zunehmenden Zugang zum Spielen.
  • Man ist mit dem Spielen aufgewachsen.
  • Man hat früh angefangen zu spielen.
  • Man hat von Beginn weg einen Gewinn gemacht.
  • Man hat falsches Vertrauen in die Chancen zu gewinnen.
  • Man spielt um der Einsamkeit, der Langweile oder Not zu entfliehen.
  • Man tendiert zu Impulsivität.
  • Man hat finanzielle Probleme.
  • Man durchlebt eine schwierige Situation, wie einen Verlust oder ist gestresst.
  • Man spielt, um einem Gesundheitsproblem oder einem körperlichen Schmerz die Stirn zu bieten.
  • Man hat Alkohol-, Drogen- oder mentale Probleme..

AB WANN WIRD DAS SPIELEN ZU EINEM PROBLEM?

Man misst die Spielproblematik nicht nur daran, wie viel Geld beim Spielen ausgegeben wird. Ein wohlhabender Mensch kann pro Jahr mehrere tausend Franken verspielen ohne dass das für ihn ein Problem wäre. Die dreissig oder vierzig Franken pro Monat aber, die eine Person, die ein tiefes Einkommen hat oder von der Sozialhilfe abhängig ist, ausgibt, erweist sich als viel problematischer.

"Das Spielen, sowohl Lotterielose oder Bingo als auch Videospiele oder in Kasinos, wird pathologisch, wenn es mehr Schwierigkeiten im Leben eines Menschen generiert als Unterhaltung. Wenn zum Beispiel das Spielen Geld, das für andere Zwecke wie die Stromrechung oder die Rechung des Lebensmittelgeschäfts gedacht war, beansprucht, oder viel schlimmer noch, die Zeit und die Aufmerksamkeit, die zum Beispiel den Kindern oder dem Ehepartner gewidmet werden sollte. Oder wenn die Person nicht verhindern oder aufhören kann zu spielen. Wenn sie nicht spielt, denkt sie die ganze Zeit daran und fühlt sich irritiert, sie kann dem Nichtstun nicht frönen und hat das Gefühl, es fehle ihr etwas."

RATSCHLÄGE UM SPIELPROBLEME ZU VERMEIDEN

  1. Fixieren Sie jedes Mal wenn Sie Geld setzen eine Limite, die Sie sich erlauben können und die sie nicht überschreiten.
  2. Bedenken Sie, dass das Geld, das Sie beim Spielen ausgeben der Preis für die Unterhaltung ist.
  3. Überschreiten Sie nicht die Geldlimite, die Sie sich gesetzt haben indem Sie mit Bank- oder Kreditkarten mehr Geld abheben.
  4. Leihen Sie sich kein Geld von der Familie, von Freunden oder von Spielbekanntschaften um zu spielen.
  5. Gönnen Sie sich regelmässige Pausen.
  6. Suchen Sie Hilfe sobald Sie anfangen, mehr Geld zu verlieren als sie vorhergesehen haben oder sich erlauben können.

WAS MACHEN BEI ÜBERMÄSSIGEM SPIELEN?

Sie können im Kasino für die Dauer eines Jahres ein Zugangsverbot verlangen. Das Vorgehen gilt für alle Kasinos in der Schweiz.
Exzessives Spielen etabliert sich graduell und verhält sich wie eine andere Abhängigkeit: sie führt zu viel Leid. Die Wiederherstellung ist mit Hilfe und angemessener Unterstützung möglich. Zögern Sie nicht, Kontakt aufzunehmen! (siehe Link auf der Kontaktseite).

WIE SPIELEN DAMIT RISIKEN REDUZIERT WERDEN?

  • Stellen Sie zu Beginn jeder Woche ein Budget auf. Wenn das zu schwierig ist, gewähren Sie sich eine festgelegte, bescheidene und realistische Summe pro Tag.
  • Lassen Sie ihr Geld von einer Vertrauensperson verwalten.
  • Annullieren Sie ihre Kreditkarten.
  • Senken Sie ihre Kreditlimite auf Null.
  • Nehmen Sie sich für Ihre Banktransaktionen einen Mitunterschreiber.
  • Planen Sie Ihre Tage im Voraus und vermeiden Sie zu grosse Freiräume, vor allem während der Tage der Lohnzahlung.
  • Organisieren Sie sich befriedigende Aktivitäten.
  • Notieren Sie sich ihre Ziele, ihre kurz-, mittel und längerfristigen Projekte.
  • Merken Sie sich die Gefühle, die Sie im Moment, wo Sie die Leidenschaft packt, haben und lernen Sie, diese als "Alarmsignale" zu benutzen.
  • Sprechen Sie mit jemandem aus Ihrer Umgebung bevor Sie spielen gehen: diese Handlung kann Ihre Leidenschaft zerstreuen.
  • Suchen sie professionelle Hilfe bei Leuten, die sich auf dem Gebiet auskennen.

WARUM FAHREN SPIELER FORT ZU SPIELEN SELBST WENN DABEI PROBLEME ENTSTEHEN?

Es gibt keine einfache Antwort auf diese Frage. Hier einige der Erklärungen, die von Forschern am häufigsten herangezogen werden:

  • Flucht oder Erleichterung
    Das Spielen erlaubt es, vorübergehend unerfreulichen Gefühlen zu entgehen, wie jenen, die eine Depression, Langweile, Stress oder Trauer begleiten, oder kurzfristig Probleme zu vermeiden, wie Probleme bei der Arbeit oder zwischenmenschliche Probleme.
  • Die Handlung
    Die Erregung beim Spielen, verbunden mit der Möglichkeit Geld zu gewinnen, kann dem Spieler eine Befriedigung bringen, die dazu führt, dass die Spieler manchmal weiterspielen obwohl damit Probleme verbunden sind.
  • Der Effekt gelegentlicher Gewinne
    Es kommt bei allen Spielern vor, dass sie ab und zu gewinnen. Für einige Personen ist es deshalb schwierig aufzuhören, weil sie glauben, dass die nächste Runde ein Gewinn sein wird.
  • Die Verstärkung
    Die Spieler lassen sich durch die Eintönigkeit des Spiels und der visuellen und auditiven Stimulationen verleiten.
  • Die Falle
    Problemspieler widmen dem Spielen Zeit, Energie und Geld. Nach dem Verlust einer grossen Summe beginnen sie Ausgaben als "Investitionen" zu betrachten denn als Kosten einer Freizeitaktivität. Einige versuchen diese Investitionen durch erneutes Spielen wettzumachen. Sie versuchen ihre Verluste zurückzugewinnen während sie ignorieren, dass sie sich in einem Teufelskreis befinden..

FALSCHE VORSTELLUNGEN VOM SPIELEN

Problemspieler schätzen ihre Möglichkeiten, das Spiel zu beeinflussen und ihre Chancen zu erhöhen, häufig falsch ein. Bestärkt durch solche Vorstellungen setzen sie immer mehr Geld ein, in der Hoffnung, die Verluste wettzumachen.

Im Folgenden einige geläufige Vorstellungen:

  • Wenn ein Ereignis, wie zum Beispiel eine schwarze Zahl beim Roulette, länger nicht vorgekommen ist, glaubt man, dass die Chancen höher sind, dass sie bald eintritt. Das nennt man die Illusion des Spielers. Tatsächlich stehen die Chancen immer gleich, und die sind relativ klein.
  • Es gibt "Glückszahlen" die man erkennen und ausnutzen kann um zu gewinnen.
  • Der Spieler glaubt den Ausgang des Spiels vorhersagen zu können. Das bezeichnet man als Illusion der Beherrschung.

Aberglauben:
Problemspieler sind häufig abergläubisch. Sie fahren fort zu spielen, weil sie glauben, dass sie Glück haben werden. Zum Beispiel:

  • Der Spieler gewinnt weil er in einer bestimmten Art und Weise gedacht hat oder weil er gehofft oder sich gewünscht hat zu gewinnen.
  • Objekte, eine Art und Weise sich zu setzen oder bestimmte Maschinen erhöhen die Chancen zu gewinnen.

All diese Faktoren können einen Spieler dazu bringen weiter zu spielen, selbst wenn damit Probleme verbunden sind..

GELÄUFIGE MAGISCHE GEDANKEN

Folgende Gedanken kommen häufig vor:

  • "Es gibt Möglichkeiten, das Glück zu beeinflussen und ich bin sicher, dass ich sie gefunden habe!"
  • "Es gibt gute und schlechte Lose/ Maschinen."
  • "Ich wette immer auf dieselbe Mannschaft. Wenn ich auf eine andere wette, verringern sich meine Gewinnchancen."
  • "Durch vieles Spielen werde ich gewinnen."
  • "Ich werde das nächstes Mal besser spielen da ich die Maschine besser kenne."
  • "Dieses Mal werde ich gewinnen, ich spüre es."
  • "Ich wusste, dass heute kein guter Tag war."
  • "Ich muss spielen um das gestern verlorene Geld zurückzugewinnen."
  • "Auf jeden Fall habe ich nichts zu verlieren!"
  • "Spielen hilft mich abzureagieren wenn ich frustriert bin!"

EINIGE STUDIEN SPRECHEN VON UNANGEMESSENEN GEDANKEN UM PROBLEMSPIELEN ZU ERKLÄREN. SIND SIE DIE EINZIGE URSACHE?

Überhaupt nicht. Problemspielen ist ein komplexes Problem, das durch unterschiedliche Faktoren verursacht wird, darunter unangemessene Gedanken. ... Mehrere andere Risikofaktoren sind mit exzessivem Spielen verbunden und es gibt diverse Hypothesen dazu. Die Wichtigkeit der unterschiedlichen Faktoren gilt es noch zu untersuchen.

WELCHE KONSEQUENZEN SIND MIT PROBLEMATISCHEM SPIELEN VERBUNDEN

Problemspielen hat schwerwiegende Konsequenzen in allen Bereichen des Lebens des Spielers.

Es gibt offensichtliche Konsequenzen wie zum Beispiel finanzielle Schwierigkeiten. Finanzielle Schwierigkeiten können sogar zu illegalen Tätigkeiten führen wie zum Beispiel Betrug oder Diebstahl, was zum Teil mit Gefängnis bestraft wird.

Weitere Schwierigkeiten können im familiären Bereich oder bei der Arbeit entstehen, zum Beispiel Streitereien zwischen Ehepartnern, mit den Kindern oder Abwesenheit bei der Arbeit. Auch körperliche oder psychische Anzeichen können auf Probleme beim Spielen hinweisen, zum Beispiel Schlaflosigkeit oder eine Verminderung des Selbstwertgefühls.

Zu den schwerwiegendsten Konsequenzen gehört der Suizidversuch (gegen 20% der Problemspieler) oder Suizidgedanken (48%) und das, was man "soziale Vererbung" nennt. Die soziale Vererbung sind Verhaltensschemen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Bei mehr als 55% der Menschen mit Spielproblemen, hat ein Elternteil dasselbe Problem oder ein anderes Abhängigkeitsproblem (z.B. Drogen, Alkohol, etc.). Das zeigt, dass das Spielverhalten negativen Einfluss auf die eigenen Kinder haben kann.

WARUM WIRD EINE PERSON ZUM PROBLEMSPIELER?

Es gibt keine ausschliesslichen und universellen Gründe die exzessives Spielen erklären. Jeder Spieler und jede Spielerin weist ihre eigenen Gründe für eine solche Abhängigkeit auf. ... Einige spielen wegen der spektakulären Erfolge und Glauben, deshalb von anderen anerkannt und geschätzt zu werden. ... Andere drücken durch das Verhalten Wut oder Rebellion aus. Weitere suchen soziale Akzeptanz. ... Ein weiteres Ziel besteht darin, vor unangenehmen Emotionen zu flüchten. ... Und Spielen fordert Aufmerksamkeit, was von bestehenden Problemen ablenkt, oder ist mit aufregenden Gefühlen verbunden, die eine innere Leere überdecken können.

KNIFFE VON PROBLEMSPIELERN

  • Wenig Bargeld auf sich haben und die Bank- und Kreditkarten zu Hause lassen, oder wenn nötig die Karten einer vertrauenswürdigen Person überlassen.
  • Für eine gewisse Zeit darauf verzichten, Spieletablissements zu besuchen. Lassen Sie sich nicht in Versuchung führen. Und schauen Sie vor allem nicht anderen Spielern zu, denn damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls.
  • Versuchen Sie die Fallen zu erkennen (z.B. Ich werde nur um 20 Franken spielen). Denken Sie an jedes Mal, wo Sie dieselben Gedanken hatten und an die damit verbundenen Konsequenzen.
  • Bitten Sie Ihre Bank, einen bestimmten Betrag festzulegen, den Sie täglich abheben können (z.B. 40 Fr).
  • Denken Sie an Aktivitäten, die Sie früher mochten und die Sie wegen dem Spielen aufgegeben haben. Fangen Sie wieder damit an (Kino, lesen, etc.).
  • Sprechen Sie über Ihre Spielprobleme mit Personen zu denen Sie Vertrauen haben. Geheimnisse verstärken nur Schamgefühle und Schwierigkeiten.
  • Suchen Sie professionelle Hilfe wenn Sie Ihre Gewohnheiten nicht kontrollieren können oder sie negative Auswirkungen auf Ihr Leben haben.
  • Denken Sie oft daran was Ihre Motive zum Aufhören sind.
  • Gestehen Sie sich freudige Momente zu, bestrafen Sie sich nicht, Sie leiden schon genug.
  • Nehmen Sie die Möglichkeit freiwilliger Kasinoausschlüsse in Anspruch. .

WELCHE CHARAKTEREIGENSCHAFTEN SIND MIT EXZESSIVEM SPIELEN VERBUNDEN?

  • Unfähigkeit die Realität zu akzeptieren: Flucht in die Welt des Spielens.
  • Emotionelle Unsicherheit: Ein Problemspieler ist in guter Verfassung, solange er spielt. "Der einzige Platz, wo ich mich zu Hause und sicher fühlte, war der Spieltisch. Ich wusste, dass ich mich selber zerstöre, aber gleichzeitig hatte ich ein ungemeines Sicherheitsgefühl."
  • Unreife: Der Wunsch, alle Vorteile des Lebens ohne grosse Anstrengungen zu erreichen, auch die Tendenz, nicht erwachsen werden zu wollen. Es gibt auch die Theorie, dass sich Spieler selber bestrafen wollen wenn sie verlieren. .

WELCHES IST DIE WUNSCHWELT DES PROBLEMSPIELERS?

Problemspieler bewegen sich teilweise in einer Traumwelt, wie zum Beispiel dass man reich wird und sich viele schöne Sachen kaufen kann. Man stellt sich vor, was man alles tun wird, wenn man das grosse Los gewinnt. Man träumt davon, sich und anderen kostspielige Sachen zu kaufen. Meist werden aber gewonnene Einsätze sofort wieder eingesetzt. Träume lösen sich so auf, werden aber trotzdem weiter aufrechterhalten, weil die Realität unerträglich ist.

IST SICH DEM SPIEL HINZUGEBEN NICHT IN ERSTER LINIE EIN FINANZIELLES PROBLEM?

Nein, neben der finanziellen Probleme gibt es viele andere, wobei die finanziellen Probleme die oft am einfachsten zu lösenden sind. Viel mehr Probleme sind verbunden mit der Frage, warum ein Spieler spielt und wie man sein Verhalten ändern kann. Ein Weg um die finanzielle Situation zu verbessern liegt darin, zu arbeiten und allfällige Schulden zurückzubezahlen. Es gilt vor allem, die falschen Vorstellungen beim Spieler zu ändern.

WIE HÖRT EINE PERSON AUF ZU SPIELEN?

Änderungen des Spielverhaltens sind möglich durch Veränderungen der Einstellungen und unangemessener Gedanken. Es muss eine Vertrauensbasis geschaffen werden und Wiedereingliederungsversuche sollten in Angriff genommen werden.

WARUM KANN SICH EIN PROBLEMSPIELER NICHT EINFACH VORNEHMEN AUFZUHÖREN?

Viele Leute erkennen, dass der Wille alleine nicht ausreicht, Probleme zu lösen. Die Spieler hören zwar vorübergehend auf, fangen aber nach einer gewissen Zeitspanne wieder an ohne sich um die Konsequenzen zu kümmern. Der Wille alleine reicht oft nicht, unterschiedliche Gründe werden gefunden um zu spielen, das Problem bleibt ungelöst. Diese Mechanismen müssen angegangen und gelöst werden.

GIBT ES EINE VERBINDUNG ZWISCHEN PROBLEMSPIELEN UND KRIMINIALITÄT/ DIEBSTAHL/ DELIKTEN?

Nach Dr. Ladouceur, kann man 68% der befragten Spieler mit illegalen Aktivitäten (Drohung, Gewalt in der Partnerschaft, Betrug, etc.) in Verbindung bringen, wobei das Motiv vor allem in einer Verbesserung der finanziellen Situation liegt. Untersuchungen zeigen, dass etwa 20% der Spieler mit gesetzlichen Konsequenzen wie einer Vorladung konfrontiert sind.

IST GLÜCKSSPIELEN MIT MENTALEN PROBLEMEN ODER SUBSTANZKONSUM VERBUNDEN?

Es ist anerkannt, dass die Spielabhängigkeit oft mit anderen Abhängigkeiten verbunden ist (Drogen, Alkohol, Magersucht, Tabak, etc.), einem Phänomen, das man Komorbidität nennt. ... Auch Angst und Stimmungsschwankungen können mit dem Spielen verbunden sein. Es konnte gezeigt werden, dass Problemspieler drei Mal eher die diagnostischen Kriterien für eine Depression, Schizophrenie oder eine antisoziale Persönlichkeit aufweisen als Nichtspieler.

KOMMEN SELBSTMORDE BEI PROBLEMSPIELERN HÄUFIGER VOR?

Der Suizid kann für den Spieler als einfache Möglichkeit erscheinen, seine Probleme zu lösen. Forscher glauben, dass bis zu 90% der pathologischen Spieler schon daran gedacht haben, sich das Leben zu nehmen und ungefähr 20% jener, die in Behandlung sind, schon Selbstmordversuche unternommen haben.

SIND JUGENDLICHE AUCH VON SPIELPROBLEMEN BETROFFEN?

Nach einer Studie, durchgeführt unter Jugendlichen, haben 76% schon einmal gewettet, davon 65% im letzten Jahr und 24% wetten mindestens einmal pro Woche. Frühreife wird mit der Aufnahme von Spielgewohnheiten in Verbindung gebracht, denn das Einstiegsjahr liegt bei ungefähr 10 Jahren. Zudem spielt das zunehmende Angebot von Lotterielosen und Videoautomaten eine wichtige Rolle. Internetseiten, wo man ohne Angabe des Alters spielen kann, stellen ein grosses Risiko für jugendliche Spieler dar.

GIBT ES ENTWICKLUNGSPHASEN BEIM PATHOLOGISCHEN SPIELEN?

Es wird generell angenommen, dass der pathologische Spieler verschiedene typische Phasen durchläuft:

  • Gewinnphase (winning phase): Man engagiert sich in der Spielwelt und glaubt womöglich, dass die Gewinne die existierenden Probleme lösen können. Aber es ist auch möglich, dass der Gewinn, die Konfrontation mit dem Glück, eine traumatische Rolle spielt, indem eine Begegnung mit der Realität stattfindet, eine Destabilisation,
  • Verlustphase (loosing phase): Der Spieler spielt weiter um Verluste wettzumachen. In dieser Phase gibt es eine Dimension der Bedürfnisse: zuerst das Bedürfnis nach Geld, basierend auf der Idee, erneut zu gewinnen, dann auch einfach das Bedürfnis erneut zu spielen.
  • Verzweiflungsphase (desperation phase): Im Spiel sucht der Spieler die Lösung für die angesammelten Probleme.

WIE VERHÄLT ES SICH MIT DER RESPEKTIERUNG DER PRIVATSPHÄRE WENN ICH HILFE SUCHE?

Die Vertraulichkeit der Beratung ist ein grundlegendes Element aller Behandlungsangebote. Die persönlichen Beratungen sind streng vertraulich. Die Berater im Bereich problematischen Spielverhaltens sind nicht da um zu urteilen, sondern um zu helfen.

 
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