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Forschung
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Gegenstand von Untersuchungen

Prävention und Problemspielen

Das Interesse richtet sich darauf, epidemiologische Kennzahlen zu erfassen, die Verteilung in der Bevölkerung festzustellen und eine besseres Verständnis der Problematik zu haben um vom Spielen abhängige Personen und Risikofaktoren zu identifizieren. Dabei wird ermöglicht, Präventionskampagnen zu starten und Risikogruppen anzusprechen. Andererseits können Fachpersonen ausgebildet werden. Die Präventionsforschung ist ein wichtiges Anliegen des CJE um Informationen zu verbreiten, Interessierte auszubilden und Betroffenen zu helfen.

Klinische Forschung und Problemspielen

Die angewandte klinische Forschung betrifft direkt die Klientel des CJE. Ihre Aufgabe besteht im evaluieren der Wirksamkeit neuer Therapieformen oder Medikamente. Zudem besteht die Möglichkeit, mehr über Determinanten und förderliche und behindernde Faktoren bei der Behandlung herauszufinden. Sie ermöglicht es auch, neue Therapieformen anzuwenden und deren Auswirkungen auf die Klienten zu überprüfen. Das Ziel dieser Forschung ist, den Klienten eine möglichst effiziente Behandlung zu ermöglichen.

Neurowissenschaften, kognitive Wissenschaften und Problemspielen

Dieser Teil der Forschung zielt auf ein besseres Verständnis der Prozesse und Mechanismen, die dem Problemspielen zu Grunde liegen. Die kognitiven Wissenschaften erlauben es, Verhaltensweisen und unangemessene Gedanken zu verstehen. Andererseits streben die Neurowissenschaften an, Fehlfunktionen der zerebralen Strukturen besser zu verstehen. Auch hier soll ermöglicht werden, dass neue Erkenntnisse zu neuen Therapieformen führt.

Durchgeführte Forschung

Präventionsforschung

Ein Projekt betrifft die Erhebung der Prävalenz in Risikogruppen, vor allem bei Klienten, mit einer Substanzabhängigkeit. Erste Resultate haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen Problemspielen und der Abhängigkeit von unerlaubten Substanzen gibt. Diese Resultate unterstreichen die Wichtigkeit, ein Instrument zur Erhebung problematischen Spielverhaltens bei Personen mit Substanzgebrauch systematisch anzuwenden.

Eine deskriptive Studie hat den Zusammenhang zwischen Problemspielen und Suizidversuchen untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass mehrheitlich Frauen und getrennt oder geschieden lebende Personen betroffen sind. Der Suizidversuch wird mehrheitlich durch den Wunsch, den Problemen zu entgehen, erklärt.

Wir haben auch versucht, die Auswirkungen eines Sensibilisierungsprogramms auf das Problemspielen und das verantwortliche Spielen zu untersuchen. Erste Resultate zeigen, dass die Teilnehmenden von den Informationen profitieren konnten. Unangemessene Reaktionen mit Problemspielern haben signifikant abgenommen. Diese Evaluation erlaubt es, das pädagogische Material zu optimieren.

Eine Untersuchung der Prävalenz im Grand Lausanne, sowie eine epidemiologische Untersuchung von Familien werden soeben gestartet. Eine Kollaborationskonvention zwischen dem UREP und dem CJE ist etabliert und erste Auswertungen werden vorgenommen.

Angewandte klinische Forschung

Eine standardisierte klinische Dokumentation der Klienten des CJE ist eingerichtet. Ein langfristiges Verlaufsprotokoll wird der Ethikkommission des CHUV vorgelegt. Mittelfristig soll das Projekt in das multizentrische Netzwerk, das durch Professor Schaffer entwickelt wurde, eingegliedert werden. Erste deskriptive Resultate der Klientel des CJE wurden an mehreren wissenschaftlichen Kongressen präsentiert.

In diesem Kontext wurde eine Analyse der Determinanten des therapeutischen Fortschritts gestartet. Erste Resultate zeigen, dass eine Depression den Behandlungsverlauf negativ beeinflusst. Ähnliches gilt für Tabak-, Alkohol-, Kanabis- oder Heroinkonsum, die den Behandlungsabbruch begünstigen. Persönlichkeitsvariablen der Spieler werden untersucht.

Neurowissenschaften und kognitive Wissenschaften

Die Analyse der Persönlichkeit und der Kognitionen bei Problemspielern im Vergleich zu einer Kontrollgruppe wurde vor allem im Zusammenhang mit Kontrolle durchgeführt (Zuschreibung von Verantwortung für ein bestimmtes Ereignis), wie auch zu Impulsivität und Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Spielen. Die Resultate werden demnächst veröffentlicht. Andere Untersuchungen beschäftigen sich mit den obsessiven und abergläubischen Dimensionen des Problemspiels, verglichen mit Patienten, die unter einer obsessiv-kompulsiven Störung leiden.

Das CJE arbeitete auch an einem Tiermodell des pathologischen Spiels, das in Zusammenarbeit mit dem Psychologischen Institut der Universität Lausanne entwickelt und getestet wurde um die Mechanismen und Faktoren der Aufrechterhaltung eines risikohaften Spielverhaltens besser zu verstehen. Die Resultate und Implikationen dieser Untersuchung wurden in den Actes du Forum Mondial drogues et dépendances publiziert.

Instrumente zur Förderung der Forschung

Es geht vor allem darum, bibliographische Instrumente zu entwickeln, die die Forschungsarbeit erleichtern und das CJE bekannt machen. Eine generelle Literaturübersicht und die Einrichtung einer bibliographischen Datenbank zu Spielproblemen sind vorgesehen. Bis heute wurden in Zusammenarbeit mit der Bibliothek der Universität Lausanne (BPUL) ungefähr 1100 Referenzen indexiert. Die Artikel sind am CJE verfügbar.

Aktivitäten in der Entwicklungsphase

Präventionsforschung

Das CJE möchte eine aktive Rolle in der Realisierung der nächsten Prävalenzuntersuchung in der Schweiz übernehmen. Eine andere Studie in der Planungsphase betrifft die Evaluierung der Bedürfnisse auf Gemeindeniveau. Die Evaluation des Angebots und der Bedürfnisse bei den Spielern sind auch Forschungsgegenstand. Dank verschiedener Kontakte in der Schweiz ist es möglich, eine Übersicht über die Angebote zu erstellen und diese mit den Bedürfnissen abzugleichen.

Eine Studie will die Beziehung zwischen dem Altern und der Entwicklung von Spielproblemen untersuchen. Ältere Menschen stellen eine Risikogruppe dar, deren besseres Verständnis zu einer verbesserten Prävention führen soll.

Die Auswirkungen von Parkinson werden untersucht. Man versucht den Effekt von unterschiedlichen Medikamenten zu verstehen.

Eine andere Untersuchung zielt auf die Auswirkungen von Abhängigkeitsproblemen bei Jugendlichen zwischen 11 und 18 Jahren. Unterschiedliche Spielformen werden evaluiert (Glücksspiel, Videospiele, Internet). In einem zweiten Schritt wird ein Instrument getestet, das die Erkennung von Spielproblemen bei Jugendlichen erleichtern soll.

Ein weiteres Projekt versucht die Ressourcen einer Gemeinde einzubeziehen. Basierend auf dem Modell "communities that care", das in den USA, Australien, Holland und England schon umgesetzt wird, sollen Risikofaktoren verhindert und protektive Faktoren gefördert werden.

Das suizidale Verhalten bei den Spielern und Persofnen mit Substanzabhängigkeit sind Gegenstand einer weiteren Untersuchung. Abhängige Personen scheinen mehr suizidäres Verhalten zu zeigen als andere. Und Problemspieler zeigen mehr verstecktes suizidäres Verhalten, wohingegen abhängige Personen mehr offenes Suizidverhalten zeigen.

Angewandte klinische Forschung

Im psycho-pharmakologischen Gebiet wurde ein Protokoll für die Ethikkommission abgefasst, aber die Umsetzung des Projekts erfordert noch eine vertiefte Untersuchung des Behandlungsangebots.

Eine andere Untersuchung zielt auf die Validierung eines Fragebogens um Spielprobleme zu erkennen. Es handelt sich um die Adaptation des "Lie/Bet", ergänzt durch eine Frage des "Cage".

Neurowissenschaften und kognitive Wissenschaften

Ein Projekt zu den neuro-kognitiven Aspekten problematischen Spielens ist in Vorbereitung. Die Lernprozesse im Zusammenhang mit Geld und die Reaktionen der Spieler auf monetäre Gewinne und Verluste werden analysiert. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Universität Basel und dem psychiatrischen neurowissenschaftlichen Departement der Universität Lausanne durchgeführt. Kollaborationen werden angestrebt.

Ein anderes Projekt zielt darauf, ob das schlechte Funktionieren bestimmter zerebraler Strukturen einen Einfluss auf andere Aufgaben hat (z.B. räumliche). In einem zweiten Schritt geht es darum, Unterschiede bei der Lösung relevanter Aufgaben zwischen Problemspielern und einer Kontrollgruppe aufzudecken.

 
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